Samstag, 19. April 2014

OSTERLAUF in Deetz am 19.4.2014

Es wird mal wieder Zeit zu schreiben! Werde jetzt meinen Blog pflegen und endlich weiter füttern, mit dem was ich gerne mache und liebe! 

Gestern waren wir bei einem kleinen und feinen Karfreitagslauf. Eine Gruppe einzelner Läufer trifft sich jedes Jahr an diesem Feiertag, um beim Brandenburger Krugpark eine, zwei oder drei Runden in gemütlich und geselliger Gemeinschaft zu laufen. Eine Runde misste 10,5 km! In den Pausen (nach jeweils einer Runde) gab es Kuchen, Getränke und Nüsse! Micha lief 2 Runden, während ich mir mit den beiden Kleinen die Tiere im Krugpark anschaute und uns schlau machten über die "Läuferszene" im Brandenburg! 


Ich wurde natürlich immer hibbeliger und freute mich auf meinen langen Lauf am Nachmittag! Es motiviert ja doch ungemein, wenn andere laufen können und man selbst nur zuschaut! 

Traditionell gab es nach dem Lauf, leckeren Hering in Sahnesauce. Es war eine schöne Veranstaltung, ohne Zeitmessung, aber mit ganz viel Spaß am langen Laufen. 

Als wir wieder zu Hause waren und die Kinder im Mittagsschlaf, schnürte ich meine Schuhe und machte mich auf die Strecke, 90 Minuten sollten es heute locker werden! Momentan trainiere ich ja für den alljährlichen Halbmarathon auf Hiddensee ! Die 90 Minuten vergingen schnell und ich war nach 14 km wieder zu Hause! 

Beim Karfreitagslauf wurden wir auf den Osterlauf heute in Deetz aufmerksam gemacht! Ich überlegte ob ich noch einen schnellen 10-km-Lauf in das Training einbinden sollte! Eine Standortbestimmung bot sich hier an! Momentan fühle ich mich fit und gut! 

Gesagt - Getan! 

Wir fuhren gegen 9 Uhr los! Um 10 Uhr sollte der Start sein! Uns empfang ein reges Treiben vor Ort und wir haben gar nicht vermutet, dass hier soviel los sein wird! 300 Läufer hatten sich eingefunden, um die 2, 5, 10 oder 20 km zu laufen. 

Pünktlich ging es an den Start und wir wurden auf die Strecke geschickt! Am Anfang liefen wir gleich einen kleinen Hügel hoch, es folgte ein schöner langer Abstieg. Ich flog nur so dahin und meine Beine fühlten sich gut an! Meine Uhr hielt sich bei 5min/ km und ich war total erstaunt! Die nächsten Kilometer lief ich sogar unter 5 Minuten! 

Wieder kam ein Anstieg, diesmal etwas steiler und wieder ging es langgezogen bergab! Ich hatte bis Kilometer 5 das Gefühl, die ganze Strecke ist ein einziger Abstieg mit Rückenwind! Sollte ich sogar eine neue Bestzeit auf 10 km aufstellen können? So schnell war ich lange nicht mehr unterwegs. 

Dann ging es auf einen Deich am See entlang. Dort kam auch der Gegenwind! Das Läuferfeld zog sich weiter auseinander, mein Puls war recht hoch und es machte sich bei mir eine kurze Durststrecke bemerkbar. Zum Glück holte immer mal wieder jemanden ein, was mich weiter das Tempo konstant bei 5 Minuten bzw darunter halten ließ. 

Die Kilometer liefen sich recht gut weg und schon hatte ich 8 in der Tasche! Da hörte ich schon den Trubel aus dem Zielbereich! Die letzten Kilometer wollte ich nochmal aufdrehen, doch dann passierte ich den 9.,wurde um die Kurve geführt und war ehe ich es mir versah im Ziel! HUCH - doch nur 9 Kilometer?! 


Mmmmh, in 45 Minuten? So schnell war ich noch nie unterwegs und auf "echten" 10 km hätte ich mit Sicherheit die Schallmauer von 50 Minuten durchbrochen! Geärgert hat es mich ja schon! Haben sie sich wohl vermessen! 

Dennoch bin gut drauf zur Zeit, das lässt mein Läuferherz jubeln und ich bin guter Dinge, was Hiddensee angeht! 

Noch 7 Tage, dann geht's wieder auf die Lieblingsinsel! 

Mittwoch, 5. März 2014

Ein Traum wird wahr - mein erster Marathon!

Unglaublich aber wahr! Ich bin von 0 auf 42 nach Entbindung, Wochenbett und 3 Monaten Training, meinen ersten Marathon gelaufen!

Angemeldet hatte ich mich bereits während der Schwangerschaft, im September! Der Berlin Marathon hatte ja schon nach kürzester Zeit sein Limit von 40.000 Anmeldungen erreicht! Dass ich aber tatsächlich mitlaufen werde lag für mich zu diesem Zeitpunkt noch in weiter Ferne! 

Frieda wurde im April geboren! Mit dem Training konnte ich erst nach dem Wochenbett (8Wochen) und der Rückbildung beginnen! Neben der normalen Rückbildungsgymnastik ging ich noch zum Baby-Yoga! Nach weiteren 3-4 Wochen konnte ich wieder mit dem Laufen beginnen. 

Am Anfang war alles so unrealistisch! 

Wie sollte ich den immensen Trainingsaufwand in so kurzer Zeit bewältigen? Soll ich lieber nach Zeit laufen oder nach Kilometer? Ich konnte zwar lange laufen, schaffte aber nur einen 7 Minuten Schnitt pro km! 

Am Anfang lief ich nach Plan und Zeit! Im Laufe des Trainings fand ich aber meine optimalen Trainingseinheiten (30 Minuten Tempo, mittellanger Lauf 12-15 km, langer Lauf ab 19 km). 

3-4 Wochen vor dem Marathon und einige Wettkämpfe später wurde ich zwar immer optimistischer, aber Angst hatte ich dennoch. 

Wie organisieren wir den Wettkampftag selbst? Kann Frieda wirklich so lange ohne Muttermilch aushalten? Halte ich es so lange aus ohne einen Milchstau zu riskieren? 

Der Tag rückte immer näher! 

Alles war organisiert! Mutti sollte das Babysitten für beide Kinder in Brandenburg übernehmen! Frieda hat zu dem Zeitpunkt seit 3 Wochen nun auch Brei gegessen, hinzu kam dass wir ihr ausnahmsweise Pre-Milch geben konnten! 

Samstag fuhren wir von Brandenburg nach Berlin um unsere Startunterlagen abzuholen! Kurz vor dem Messeeingang standen wir natürlich im Stau! Da war ordentlich was los! 

Irgendwann waren wir dann auf dem Messegelände, es war riesig und sehr viel los. Wir gingen gleich in Richtung Startunterlagen, waren allerdings verblüfft über die Menschenmassen. Klar, bei 40.000 Startern, die alle ihre Unterlagen selbst abholen müssen. Eine Stunde dauerte es, bis wir endlich in dem Bereich waren, dann ging es recht schnell, Chip gescannt, Nummer bekommen, T-Shirt abgeholt, Bändchen ums Handgelenk!

Dann war neben uns plötzlich ein wenig Trubel und als wir uns umsahen, wer war dort und gab Autogramme?






Haile Gebrselassie, äthiopischer Langstreckenläufer, mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister über 3.000 bis 10.000 Meter und lange Zeit Inhaber des Weltrekordes im Marathon, außerdem gewann er den Berlin-Marathon bereits viermal. Eine Legende!








Er unterschrieb meine Nummer und mein Finisher T-Shirt. Jetzt konnte nun wirklich nichts mehr schief gehen.



Am Sonntag wollten wir mit dem Auto zum Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Berlin rein fahren. Gegen 6.30 Uhr verließen wir das Haus und waren geschockt, als das Tor zu unserem Parkplatz abgeschlossen war und keiner unserer Schlüssel passte. Ich war kurz davor ein Taxi zu rufen. In letzter Sekunde kam jemand aus dem Haus und öffnete das Tor. 5 Minuten vor Abfahrt des Zuges waren wir auf dem Bahnhof. Ich fragte Micha noch ob er denn alles dabei hat, unter anderem auch den Laufchip zur Zeitmessung.



NEIN, den hatte er natürlich am Abend zuvor in seinem Rucksack (zu Hause liegend) verstaut. 

Der nächste Zug sollte eine halbe Stunde später fahren. Das wird knapp, wenn wir vor Ort noch unsere Sachen abgeben müssen und zu unseren Startblock gehen sollen. Egal, alles wieder zurück, wir schaffen das schon. Noch schnell den Chip geholt und einen Zug später genommen.

Der Lauf sollte um 8.45 Uhr starten! Wir hatten noch eine Dreiviertel Stunde Zeit als wir in Berlin ankamen! Schnell ging es zum Startbereich und zur jeweiligen Gepäcksammelstelle!


Irgendwann fanden wir uns am richtigen Platz und konnten uns auf den Start konzentrieren! Bisschen aufgeregt war ich ja schon! 42 km bin ich noch nie gelaufen! Schaffe ich das? 
Meine größte Sorge war, dass ich einen Milchstau bekommen könnte, deshalb hatte ich vorsichtshalber eine Milchpumpe im Gepäck. 

Als es langsam los ging verflog alles! Wir liefen und liefen! Die Kilometer plätscherten so dahin und ich genoss die Atmosphäre! An jeder Ecke standen Menschen und feuerten uns an, Trommler die für Gänsehaut sorgten und Bands unterschiedlicher Musikrichtungen! 

Bei Kilometer 12 bekam ich wieder meine unangenehmen Seitenstiche und wir drosselten das Tempo, Micha beruhigte mich und ich konzentrierte mich auf die Atmung. 
In regelmäßigen Abständen versorgte er mich auch mit Wasser und Bananen. Micha und Haile waren meine ständigen Begleiter! Die Kilometer plätscherten weiter vor sich her! Die Seitenstiche verflogen! 

Oha, Kilometer 22! Und es ging weiter... 25... 27... Weiter bin ich im Training nie gelaufen! Autsch... Da war plötzlich das kleine Männchen! Doch ich verfolgte weiterhin mein Ziel! Meinen ersten Marathon zu finishen! 

Wir redeten nicht viel und wo genau wir lang liefen wußte ich auch nicht mehr! Ich hatte diesen Tunnelblick! Ich wollte es einfach schaffen, egal wie groß die Schmerzen sind! Haile war bei mir ;-) 

Am Sony-Center sagte Micha zu mir, dass es nur noch 2 km seien, ein anderer Läufer korrigierte ihn auf 3! Er rüffelte ihn zurück und meinte es sollte der Motivation dienen, das war zuviel Ehrlichkeit auf den letzten Kilometern. Mir wars egal, natürlich hatte ich ganz genau die Kilometer im Blick. Ich lief und lief und lief immer weiter! Dann bogen wir ein und da war es auch schon, das Brandenburger Tor! Das Ziel meiner Träume! Es sollte jetzt bald geschafft sein. Wow! Die Menge jubelte und ich genoß die letzten Meter Hand in Hand mit Micha bis wir an der Ziellinie ankamen. Ein Kuss besiegelte nach 04:51:02 Stunden das Finish! Wir hatten es geschafft und mir kamen die Tränen. Ich war total überwältigt und außer Atem. Konnte nichts mehr sagen. 

Im Zielbereich ging es langsam gehend weiter, wir bekamen einen Verpflegungsbeutel und unsere Medaillen. Mir war alles andere zumute als etwas zu essen. Außerdem konnte ich nicht mehr stehen oder gehen, sitzen oder liegen war auch nicht möglich. Mein Körper streikte. An der Gepäcksammelstelle angekommen und endlich die Milchpumpe in der Hand ging es mir langsam wieder besser.





Ich musste mich erstmal akklimatisieren. Und abpumpen. Beim Abpumpen kam ich endlich zur Ruhe und konnte es gar nicht glauben dass ich gerade nen Marathon gelaufen bin!








 UNGLAUBLICH! Ich hatte es, trotz der Umstände geschafft. 




Samstag, 28. September 2013

31. Ostseeküstenlauf Kühlungsborn - und morgen geht's nach BERLIN !

Vor 3 Wochen überlegte ich mir wie meine letzte lange Einheit 2 Wochen vor dem Marathon sein sollte. Zur Auswahl standen 30 km locker oder 24 km beim Ostseeküstenlauf im angestrebten Renntempo! 

Ich entschied mich für den Küstenlauf, Tempohärte und Wettkampferfahrung sollte ich hier noch einmal sammeln. 

Gegen 11.30 Uhr gingen wir an den Start. Dank Muttis Aufsicht der Kinder konnte auch Micha mal wieder mitlaufen! 

Bis Kilometer 12 hielt ich mich ganz gut, meine Beine waren frisch und der Puls überstieg die 85% nicht weiter! 

Ach so, den ersten Kilometer war ich natürlich viel zu schnell unterwegs und bekam im 2. die Quittung in Form von Seitenstichen! Als ich mein Tempo gefunden hatte bei 6 min/ pro Km ging es problemlos weiter! 


Ab 12 km und diversen Steigungen wurde es anstrengend! Ich bekam wieder Seitenstiche und ich krümmte mich mit jedem weiteren Schritt. Ich wollte dann wenigstens bis zum nächsten Verpflegungspunkt aushalten, um mich dort zu stärken! 

Ich wurde überholt und der den ich eigentlich überholen wollte rückte in weite Ferne! Ich konnte kaum die Landschaft genießen und ersehnte nur diesen Verpflegungspunkt! 

Der kleine Leuchtturm in Bastorf bekam erst nach der Pause (mit Wasser- und Bananenversorgung) und beim Gefälle der Strecke meine Aufmerksamkeit! Ich erholte mich langsam und bekam neuen Schwung! Die Anstiege waren geschafft und ich hatte Rückenwind! Der den ich einholen wollte kam wieder in greifbarer Nähe! 

Schwupps, eingesammelt ;-) 

Ich hatte meine Form wieder! Nach einem Schlenker waren wir wieder kurz vor der Promenade und liefen an einem Campingplatz vorbei! 

Dann ging es auf die Zielgerade! Direkt am Wasser entlang mit viel Personenverkehr! Ich sah schon das Ziel! Musste aber immer wieder ausweichen und aufpassen, damit ich niemanden umlaufe! Die Zeit: 2:20 Stunden! Schaffe ich noch die 2:24 Stunden? 

Ich nahm die Beine in die Hände! Das Ziel rückte nur langsam näher! 

Nach 2:25 Stunden lief ich ins Ziel! Ich war total erschöpft und der Puls über 90%! 

Micha, Mutti und die Kinder warteten bereits! 

Es war ein schöner Lauf und ich war besser als ich dachte! Das ließ für Berlin hoffen! 

Jetzt sind es weniger als 11 Stunden bis zum Start bei meinem ersten Marathon! Ich frage mich noch immer wie ich morgen über 42 km laufen werde, obwohl ich im Training nicht mehr als 27 km am Stück gelaufen bin?! 

Wir werden sehen! 

Auf nach Berlin!!!