Dienstag, 21. Juni 2016

Rennsteiglauf - leider in diesem Jahr ohne mich

Nach dem Hamburg Marathon hatte ich eigentlich den Rennsteiglauf am 21.05.2016 fest in meiner Planung. Wieder kam es anders. Das Training lief eigentlich ganz gut, der letzte lange Lauf wurde allerdings auch nur ein 17 km Lauf. Geplant waren an diesem Tag (08.05.2016) mit Britta und Kerstin 25-30 km am Gördensee. Es lag bestimmt am Wetter, es war schon sehr warm und ich konnte kaum mit den beiden mithalten. Eine große Runde sollte ausreichend sein. Die Beiden rieten mir am Parkplatz jetzt aufzuhören. Höre auf Deinen Körper, quäle ihn nicht allzu sehr. Na gut. Sie hatten recht. Ich fuhr nach Hause. 
Die kommenden Tage sollten ruhiger werden, einfach mal eine Pause einlegen. Kann ja so schwer nicht sein. Dienstag und Mittwoch lief ich noch 2 kurze Läufe unter 10 km. Ich war wieder ganz schön müde. Der Schlafmangel und die Hitze taten ihr übriges. 
Am Pfingstsamstag zeigte mir mein Körper ganz eindeutig, dass es jetzt reicht. Ich hatte die Frieda hochgehoben und wollte sie dann wieder runtersetzen. Im Eifer des Gefechts passierte dies ruckartig und es zog total in meinem Rücken. Oh nein. Nicht schon wieder ein Hexenschuss. Ich kam kaum hoch, dann legte ich mich sofort hin und winkelte die Beine an. Der Schmerz war etwas gehemmt. Da wir an dem Tag noch was vorhatten, zogen wir unseren Plan natürlich durch. Im Verlaufe des Tages wurde es immer schlimmer und am Abend konnte ich nicht mehr gerade stehen und hatte starke Schmerzen im unteren Rücken. Wir fuhren in die Notaufnahme. Ich bekam eine Spritze und Schmerzmittel. Ich legte Wärme drauf und der Tiger Balm war mein bester Freund. 
Noch eine Woche bis zum Rennsteiglauf. Sofort organisierte ich für Montag und Mittwoch physiotherapeuthische Behandlungen. Ich kam irgendwie übers lange Wochenende. Die Schmerzen hielten weiter an. Die Physiotherapie tat gut, ließ mich aber immer noch nicht gerade laufen. Die sitzende Tätigkeit auf Arbeit förderte auch nicht gerade meine Beweglichkeit. 
So schleppte ich mich die Woche hin, natürlich hatten die Orthopäden in dieser Woche alle Urlaub. Den Rennsteiglauf sagte ich ab, Kerstin übernahm meine Nummer und ich war froh, dass sie wenigstens nicht verfallen ist. 
Am Dienstag war ich dann bei einer Fachärztin für physikalische und rehabilitative Therapie. Sie renkte ein wenig an mir herum, schimpfte, dass ich das Funktionstraining nicht mehr weiter machte und verschrieb mir manuelle Therapie. Tolle Behandlung. Und was genau ist jetzt die Ursache für diesen Hexenschuss? Es war der zweite innerhalb von einem halben Jahr. Irgendwas stimmt doch da nicht. 

Die manuelle Therapie ist nun abgeschlossen. Nachdem die Schmerzen des Hexenschuss abgeklungen sind, habe ich im rechten Oberschenkel das Gefühl, dass der Ischias eingeklemmt ist. Es tut bei bestimmten Bewegungen einfach nur weh. Laufen geht schon wieder so halbwegs, aber der Schmerz ist immer noch da. Die örtlichen Orthopäden haben mir im September/Oktober einen Termin angeboten. Toll. Morgen fahre ich etwas weiter, dank einer Empfehlung. Hoffentlich kann ich im Juli das Training für den Berlin Marathon in Angriff nehmen. Drückt mir die Daumen. 

Dienstag, 3. Mai 2016

31. Hamburg Marathon am 17.04.2016

Ich bin glücklich und zufrieden nach 42,195 km mit einer Zeit von 4:31:44 Stunden am Sonntag, den 17.04.2016 beim 31. Hamburg Marathon ins Ziel gekommen. Es war mein erster in Hamburg und mein 4. Marathon überhaupt. Unglaublich. Ich hab die magische 42,195 km schon zum 4. mal gefinished. Bis 2013 wollte ich einmal in meinem Leben einen Marathon bestreiten und nun sieht es aus, als ob mehr daraus wird. 

Aber von vorne. Vor 2 Wochen ging ich beim Halbmarathon in Berlin an den Start mit der Hoffnung hier ein bisschen Tempo für den Ganzen zu bekommen. Nach 3 km fehlte mir allerdings der Atem und ich brach total ein, die Beine waren so schwer und jeder Schritt schmerzte. 
In den letzten 2 Wochen korrigierte ich noch einmal mein Ziel für Hamburg. So etwas wie in Berlin, sollte mir bei einem Ganzen auf keinen Fall passieren. Den Halben schafft man dann irgendwie, aber nicht 40 Kilometer. 
Am Samstag fuhr ich ganz entspannt mit dem Fernbus von Berlin nach Hamburg, in sehr netter Begleitung von unserem Top-Ultra-Marathon Läufer Totti. Die Kinder waren bei den Großeltern und Micha ist erstmal für 3 Wochen unterwegs. Totti war ein sehr angenehmer Reisebegleiter, was er läufertechnisch schon erlebt hat, ist Wahnsinn, vom Supermarathon bis hin zum 100 km Lauf in Biel, war schon alles dabei. Umfänge und Zeiten von denen ich nur träume. In Hamburg trafen wir uns mit Anja aus Rostock und machten uns einen schönen Nachmittag auf der Marathon-Messe. Pasta und Krombacher Alkoholfrei durften natürlich nicht fehlen. 


Den Startplatz hatte ich ja über laufen.de mit Krombacher gewonnen. Sie statteten mich mit der nötigen Bekleidung aus, ich bekam das Finisher-T-Shirt, die Pasta und natürlich das Bier. Rundum verpflegt und versorgt. Unsere Unterkunft hatte ich günstig über airbnb.de gebucht, wir übernachten in einem Gästezimmer in einer 2er WG, total cool eingerichtet und einer sehr herzlichen Gastgeberin. Abends war ich mit Anja in Ottensen unterwegs um uns zu stärken. Die Backkartoffel und die Rhabarber-Brause kam da genau richtig. 


Was allerdings noch hinzukam, war ein eingeklemmter Nerv im rechten Schulterblatt. Es wurde im Verlaufe des Tages immer schlimmer und ich konnte mir nicht mal mehr die Schuhe zubinden. Von unserer Gastgeberin bekam ich zur Nacht ein aufgewärmtes Körnerkissen. Am nächstes Morgen war es etwas besser, er war noch eingeklemmt und wenn ich tief Luft holte kamen die Schmerzen. Egal, Augen zu und durch.
Der Wecker klingelte um 6 Uhr und ich konnte mich in Ruhe fertig machen. Ein kleines Frühstück mit Honigbrötchen und Tee gab es natürlich auch. Mit der Bahn fuhren wir ganz entspannt zum Start und es herrschte schon ein wenig Trubel. 8 Uhr hatte ich den Fototermin mit Krombacher. 


Dann kam die Aufregung. Nach dem Fototermin brachte ich meine Sachen zur Kleiderabgabe. Im hintersten Hallenabschnitt der Messe war der Bereich für die Frauen, etwas unübersichtlich und schwer zu finden. Diesmal hatte ich eine Flasche Wasser mit Elektrolyten mit zum Start immer bei mir. Bloß nicht wieder Durst bekommen, schon gar nicht bevor es überhaupt los geht.


Kurz vor dem Start war ich total nervös. Unglaublich. Ich laufe wieder einen Marathon. 42,195 Km! Was für eine wahnsinnig lange Strecke. Hat das Training gereicht, schaffe ich das, wie werden die Bedingungen sein. 10 Grad und Regen war angesagt, ein bisschen Wind sollte es auch geben. Von allem ein bisschen. Ich bekam Gänsehaut und feuchte Augen, es war auf einmal ein sehr emotionaler Moment.
Dann endlich kam der Startschuss und wir liefen locker los. Die Stimmung war super und es waren mehr Läufer unterwegs als Zuschauer. Auf der Messe ließ ich mir eine Zeitübersicht mit der Zielzeit von 04:15:00 Stunden geben. Natürlich wollte ich gern Bestzeit laufen, konnte mich nach Berlin aber überhaupt nicht einschätzen.
Die ersten Kilometer rollte es richtig gut, ich hatte immer die Zeiten im Blick an meinem Handgelenk: 1 km - 0:06:02, 5 km - 0:30:13, 10 km - 1:00:26, es lief gut.


Ich war im Soll. Hamburg ist richtig schön. Wir liefen die ersten Kilometer durch St. Pauli über die Reeperbahn. Dort hatten sich einige biertrinkende "Schnapsleichen" der letzten Nacht direkt an der Strecke verirrt, sie wünschten uns einen guten Lauf und prosteten uns zu. Lustig. Weiter ging es durch Altona und Ottensen. Hier hatten wir übrigens unsere tolle Gästewohnung. Es sollte immer weiter gehen am Wasser entlang zur Hafencity. Das Profil war super, es ging zwar immer mal wieder lang gestreckt nach oben, dafür aber auch wieder runter. Bei der Hafencity konnte ich sogar richtig Tempo machen, es machte total Spaß, hier waren wir bei Kilometer 14/15.
An der Binnenalster drückte es irgendwann in der Magengegend und ich fing an, Ausschau nach einer Toilette zu halten. Die Verpflegungspunkte waren sehr gut positioniert, alle 3-4 km wurden wir verpflegt. Dort standen natürlich auch mobile Toiletten. Bis Kilometer 17 hielt ich es aus. Auf meiner Übersicht hatte sich mittlerweile ein Zeitbonus von 2 Minuten aufgebaut. Die nächste Toilette sollte meine sein.
Kurz ausgetreten ging es wieder immer entlang an der Aussenalster. Bei Kilometer 20 zeigte mir die Uhr eine Zeit von 2:01:00 an, lt. Band immer noch im Soll. Hier ging es allerdings immer wieder nur hügelig hinauf und wenn man schon einen Halbmarathon in den Beinen hat, ist das auf Dauer nicht mehr so lustig. So langsam begann der Kampf um jeden Kilometer. Ich machte den Fehler und nahm alles, was am Verpflegungspunkt angeboten wurde zu mir. Cola, Elektrolyte-Drinks, Wasser, Gels... immer hinein in den Körper. In der Hoffnung, dass es bald weiter rollt.
Es rollte nur leider immer langsamer, vorbei am Stadtpark und am Alsterdorf. Immer wieder liefen ein paar nette Läufer mit mir und wir unterhielten uns ein wenig. Ich hatte nur irgendwann ganz schön mit mir zu tun und schickte sie weiter. Jede Unterhaltung kostete Kraft, also ließ ich es. Bei Kilometer 38/39 lief der 4:30 Stunden Pace Ballon an mir vorbei. Ich wollte noch mithalten, schaute auf die Uhr und dachte mir, dass er doch etwas zu schnell ist, die 4:30 Stunden könnte ich noch schaffen.

Immer wieder wurde die Stimmung am Straßenrand angeheizt, durch Trommler, durch Musik, durch Stimmungmacher, zeitweise dachte ich, das Ziel ist nahe, soviel Jubel herrschte am Straßenrand. Eine tolle Stimmung hatten wir in Hamburg, wer hätte das gedacht.
Ich nahm alles zusammen und machte mich auf die letzten Kilometer, jetzt war jeder Stand meiner und ich sammelte Kraft für den letzten Abschnitt.
Nach zufriedenstellenden 04:31:44 Stunden lief ich ins Ziel. Was für ein Lauf, was für eine Erleichterung - endlich geschafft. Mein 4. Marathon. Wieder überkamen mich die Emotionen.

Ich bekam die Medaille und ging weiter Richtung Messe. Ich holte meine Sachen, unterhielt mich ein wenig mit den Mitläufern und versuchte mich erstmal zu sammeln. Irgendwie ging es mir gar nicht gut. Ich suchte nach Anja. Erst viel später fanden wir uns. Unterm Messeturm ruhte ich mich ein wenig aus. Mir ging es immer noch nicht besser. Die nächste Toilette war meine. Mein Magen drehte sich nach außen, alles musste raus. Oh man, das kam mir sehr bekannt vor. Letztes Jahr ging es mir nach dem Rennsteiglauf auch so schlecht. Und auch hier hatte ich mich während des Wettkampfes total falsch ernährt. Mir reichen eigentlich Rosinen und Wasser, warum habe ich wieder alles in mich hinein geschüttet.

Merke: keine Experimente während eines Wettkampfes! Nehme nur Dinge zu Dir, die Du auch verträgst. Das Ende vom Lied waren Schüttelfrost, Durchfall und Erbrechen. Und das bis zu 2 Stunden nach dem Lauf.

Hamburg hat mir sonst richtig gut gefallen - danke Hamburch - ich komme bestimmt wieder. Eine schöne Stadt - eine schöne Strecke - top organisiert - kann ich als Küstenkind nur empfehlen.


Am Nachmittag fuhr mein Fernbus wieder nach Berlin. Noch im Bus hatte ich eine Stunde zu kämpfen. Als ich wieder etwas klarer denken konnte, unterhielt ich mich mit Elke. Elke ist auch den Marathon gelaufen. Ich war hin und weg von ihr. Sie ist schon alles gelaufen, was man so in 40 Jahren laufen kann, 100 Marathons, Ultraläufe und natürlich auch in New York, den sogar 3x. Unglaublich. Da möchte ich mal hinkommen.
Wir haben erstmal sämtliche Kontaktdaten ausgetauscht und uns mittlerweile für den Rennsteiglauf verabredet. Laufen ist wirklich ein tolles Hobby - man lernt immer wieder interessante nette Menschen kennen. Danke Elke und bis bald.


Jetzt freue ich mich auf den Genusslauf Rennsteiglauf. Das wird wieder ein Spaß in den Thüringer Bergen. 

Montag, 25. April 2016

36. Berliner Halbmarathon am 03.04.2016

Beim Halbmarathon in Berlin wollte ich ein bisschen Temposchärfe bekommen. Hamburg ist eine Woche vor London, sodass ich das Training etwas anpassen musste. Der letzte Lange Lauf war am Ostermontag. 30 Kilometer in 03:24 Stunden. Leider liefen 2 von 3 langen Läufen nicht so gut. Für Berlin hatte ich aber große Hoffnung.
Am 03.04.16 machten wir uns recht früh mit dem Zug auf den Weg nach Berlin, um noch genug Zeit zu haben, um die Startnummer abzuholen. Britta hatte sich auch für den Lauf angemeldet, sodass wir gemeinsam auch mit den Kindern in die Hauptstadt fuhren. Vor Ort lief alles reibungslos, der Chip war ok, die Nummern bekamen wir schnell, wir hatten noch genug Zeit für diverse Toilettengänge. 


So langsam füllte sich der Startbereich und ich machte mich eine knappe halbe Stunde vor dem Start auf, um meine Sachen zu den Transportern zu bringen. Der LKW für meine Sachen war ziemlich weit hinten, sodass ich ihn nicht gleich fand. Als ich wieder zurück bei Micha und Britta war, guckte er mich mit großen Augen an und fragte, ob Frieda nicht mit mir gegangen sein.

Oh nein, wie konnte das nur passieren, meine größte Sorge, war dass uns eins der Kinder in dem Gewusel verloren geht und jetzt ist es tatsächlich passiert. Panisch machte ich mich auf die Suche. Es war allerdings die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Überall war buntes Treiben und die kleine Frieda nicht auffindbar. Wir überlegten kurz und gingen sofort zum Lost and Found Punkt, dort ließen wir Frieda ausrufen. Keine 10 Minuten später kam jemand auf uns zu und fragte ob wir die kleine Maus suchen, ja, Gott sei dank, eine nette Läuferin kam uns mit Frieda an der Hand entgegen und ich war total aufgelöst. Die Nerven lagen blank und die Tränen kullerten. Frieda war ganz verwundert und meinte nur, wo denn ihre Mama gewesen sei. Sie ließ mich nicht mehr los. Auch der kleine Paul wurde immer ruhiger und wich seinem Papa nun nicht mehr von der Seite.


Nach dieser Schrecksekunde sollte es an den Start gehen. Als der Startschuss fiel, rannte ich los und .... nach 3 Kilometer brach ich total ein. Meine Beine waren total fest. Ich hatte das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Ich sackte immer weiter ab in einem 6-6.30 Minuten/ Schnitt. Ich hatte Durst, die Beine waren total schwer und ich wußte nicht wie mir geschieht. Ich nahm jeden Getränkepunkt mit, zog mir das Gel rein, aber nichts sollte helfen. Es machte auch irgendwie keinen Spaß. Die Stimmung an der Strecke wollte nicht so recht überspringen. Lediglich beim Check-Point Charly bekam ich wieder Gänsehaut.
Am Liebsten hätte ich den Lauf abbrechen können. Zum Glück war es "nur" der Halbe. Im Ziel nach 2:07:07 angekommen, war ich sauer und traurig zugleich. Ich hatte noch genug Luft, aber die Beine wollten nicht so wie ich gerne wollte.


Wer weiß woran es lag, an den Schreckmoment mit Frieda, an den ungewohnt warmen Temperaturen von 20 Grad oder einfach am Übertraining für den Marathon. Diesen Lauf werde ich so schnell nicht vergessen.

Beim Berliner Halbmarathon hatte ich in den letzten Jahren leider kein Laufglück. Letztes Jahr hatte mich 5 Wochen vor dem Start ein ordentliche Erkältung heim gesucht.

Wenn man sich so meine Zeiten in den letzten Jahren ansieht, war ich in Berlin nie so richtig gut: 

2004     02:19:41 Stunden
2005     02:16:00 Stunden
2006     02:24:13 Stunden
2012     02:09:57 Stunden
2015     02:07:28 Stunden

Und in diesem Jahr: 
2016     02:07:07 Stunden



Ich bin dieses Jahr einfach losgestürmt mit dem Ziel eine neue Bestzeit bzw. wenigstens unter 2 Stunden auf die Straße zu bringen. Zum Glück gibts Statistiken. Und wenn man sich meine Zeiten in den letzten Jahren ansieht, war es in diesem Jahr sogar eine Bestzeit.

Bis zum Hamburg Marathon sollten nur noch kleinere lockere Einheiten folgen. So eine Schlappe wie in Berlin sollte nicht noch einmal passieren.