Donnerstag, 14. August 2014

Unsere Tour nach Spitzbergen und die 12. Hella Rostocker Marathon-Nacht

Am 2.8. war mal wieder der Rostocker Halbmarathon! 

Dank der schnell gewachsenen und tollen Gemeinschaft LAUFEN IN ROSTOCK hatte ich einen Freistart gewonnen. HURRA, endlich wieder ein neues Ziel. 
Das Training war allerdings etwas holprig, zu wenig lange Läufe, Hitze bei den Intervallen und zu guter Letzt zwei Wochen Kreuzfahrt im hohen Norden Norwegens mit vielen guten Verlockungen und lediglich 5 Laufbändern im Fitnessraum, wobei das Training dort auf max. 20 Minuten beschränkt sein sollte. (Bei ca. 2500 Mitreisenden war es nur möglich am Abend etwas intensiver zu trainieren.)

Wie dem auch sei. Ich hatte (eigentlich) einen Plan. 

Samstag kamen wir gegen Mittag mit unserem Schiff in Hamburg zurück. Die Reise war unglaublich. Sie führte uns von Hamburg nach Bergen, weiter über den Polarkreis nach Tromsø bis an den nördlichsten Zipfel der Welt: SPITZBERGEN. 


Dort ließ ich es mir nicht nehmen und lief natürlich eine entspannte Runde in der Mitternachtssonne. Wer kann schon von sich behaupten in dem nördlichsten Ort der Welt gejoggt zu sein. 


Die restlichen Einheiten absolvierte ich im Fitnessbereich des Schiffes auf dem Laufband. Bei unserem 4. Hafen am nördlichsten Punkt Europas Festland begab ich mich auf eine abenteuerliche Radtour von Honningsvåg zum Nordkapp. 


Diese Radeineinheit war mein persönliches Highlight dieser Reise. 68 km hin und zurück zum bekannten Wahrzeichen des Nordkapps, dem Globus, UPHILL mit dem Mountainbike. Die Berge waren der Wahnsinn und haben alles gefordert. 52 km/h in der Spitze bergab und 7 km/h hochgeklettert, 14% Steigung! Nach 2 1/2 Stunden erreichten wir nach unserer Abfahrt vom Schiff das steil aus dem Eismeer emporragende Schieferplateau. Dort oben hatten wir ca. eine Stunde Zeit bevor es durch den dicken Nebel in der Mitternachtssonne (um 22.30 Uhr, es war noch taghell) wieder zurück ging.



Diese Tour war einmalig und wird mir ewig in Erinnerung bleiben.


Samstag hieß es dann nach 6 Häfen, 14 Tagen und tausend schönen Erinnerungen, Abschied nehmen von der MSC Magnifica und wir gingen von Bord. 



Es ging geradewegs nach Rostock zu Omas 80. Geburtstag und zur Rostocker Marathon-Nacht. Am neuen Markt holte ich mir erst im Rathaus die Startnummer und dann das hübsche neue "Laufsshirt" von LAUFEN IN ROSTOCK vom Citysport-Stand Erwin Gohlke ab. 
Sofort ging es weiter zum Geburtstag und wir feierten ein wenig mit der Familie. Ich wurde langsam etwas hippeliger. Den ganzen Tag fühlte ich mich schon so matt und vergaß so langsam alle Bestzeitenpläne. 
Mit der Fähre um 18 Uhr konnte ich in diesem Jahr nicht zum Start zum Warnowtunnel fahren. Micha brachte mich um 19 Uhr direkt mit dem Auto dorthin und die Aufregung stieg. 

Ich traf auf Steffi und Björn. Steffi hatte sich in letzten Monaten sehr gut auf diesen Lauf vorbereitet und wir wollten gemeinsam starten.



Es war schon schön zu sehen, wie die ersten Marathonläufer an uns vorbeiliefen und die erste Hälfte ihrer Strecke hinter sich ließen. Natürlich traf ich auch auf alte Laufhasen wie Fred und Gudrun Kiesendahl. Gudrun sammelte wieder jeden einzelnen Läufer mit ihrer Kamera ein. 

20 Uhr fiel direkt an der Mautstelle des Warnowtunnels (die Verbindung Rostocks nach Warnemünde durch die Warnow) der Startschuss für knapp 900 Halbmarathon-Läufer. 
Die Stimmung war famos, das Wetter war zwar warm aber ok für diesen langen Lauf. Es herrschte auch immer mal wieder ein laues Lüftchen. Als wir aus dem Tunnel heraus kamen ging es nach 2 ordentlichen Anstiegen auf das Gelände der IGA, am langen Heinrich (Kran-Museum) und am Traditionsschiff vorbei. Plötzlich fühlte ich mich nach diesem Start richtig frisch und gut. Steffi und ich hielten in den ersten Kilometern die Pace bei 5.45 Minuten pro km! Die zweite Hälfte des Laufs "sollten" in 5.30 Minuten absolviert werden. 



Über der IGA ging langsam die Sonne unter. Ein herrlicher Blick. Dann hieß es wieder rein in die Röhren des Tunnels. Wieder die Anstiege. Ich lief rasch hinauf mit kurzen zackigen Schritten. Steffi ließ etwas ab und ich verlor sie. Ich schaute mich immer wieder um und hoffte, dass sie wieder aufschloss. 

Als wir durch Gehlsdorf liefen, war ich erstaunt, wieviel Publikum wir doch haben. Sie feuerten uns mit vollem Elan an, sie hielten Wasserschläuche auf die Strecke und die Kleinsten klatschten ab. Das motivierte zusätzlich. Alle 3-4 km gab es einen Erfrischungsstand. Genau richtig für mich, denn jedesmal wenn ich wieder ein trockenes Gefühl im Mund hatte, kam die nächste Erfrischung. 



Weiter ging es zum Gehlsdorfer Ufer, meine alte Heimatstrecke. Leuchten am Straßenrand säumten den Weg und sogar Kinder liefen ein paar Kilometer mit uns mit. Am Dierkower Damm ging mir langsam die Puste aus, wir liefen noch weiter am Kanuverein vorbei und an den Silos brach ich plötzlich richtig ein. Der letzte Kilometer verlangte alles von mir. Die Grubenstraße ging steil bergauf und dort konnte sich mein Kreislauf überraschenderweise wieder einpegeln. Die ganze Zeit lief ich in einem Pulsbereich von 95 %. Also total am Limit. 


Wir sollten noch die lange Straße entlang laufen und eine extra Runde an der Uni vorbei. Mir kam es wie eine Ewigkeit vor und ich wollte nur noch ins Ziel laufen. 

Die Stimmung im Zielbereich war einfach super, viele jubelten und freuten sich mit uns Läufern, dass wir es endlich geschafft hatten. So hatte ich es nicht mehr in Erinnerung von den letzten Jahren und es war ein tolles Gefühl. Nach 2:08:48 Stunden lief ich ins Ziel. Steffi kam 4 Minuten später rein, etwas dehydriert, aber glücklich. Es war keine Glanzleistung von mir, aber ich war froh, es wieder geschafft zu haben. Ich war noch zu sehr im Urlaubsmodus und durch die Radtour zum Nordkapp doppelt geschwächt (am morgen diesen Tages musste ja noch unbedingt 12 km auf dem Laufband zubringen).

Beim nächsten Mal, nutzte ich die Tapering-Phase optimal aus und vielleicht werde ich es bald mal schaffen, meine Halbmarathon-Bestzeit aus 2008 zu knacken. Es war auf jeden Fall wieder sehr schön beim Rostocker Halbmarathon mitzulaufen, es hat Spaß gemacht und in den nächsten Jahren wird sich dieser Lauf wohl weiter positiv entwickeln. 

Jetzt steht erstmal weiterhin die Laufserie des Mothor-Cups an, 3 Stempel fehlen mir noch! Übrigens werde ich die Berichte von meinem ersten Duathlon und dem Kirchmöser Lauf noch nachreichen, sie sind so gut wie fertig.

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