Samstag, 22. Oktober 2016

43. BMW Berlin Marathon am 25.09.2016

Am Sonntag den 25.09.2016 war es wieder soweit: der 43. BMW BERLIN MARATHON!

Die Vorbereitungszeit war recht kurz, da ich nicht wie üblich in den gewohnten 12-Wochen-Plan einsteigen konnte. Aufgrund von Rückenproblemen und akuten Eisenmangel gestaltete sich der Einstieg sehr schwer. 
Nach dem Schwindel war ich ziemlich geknickt und hatte den Berlin Marathon beinahe abgeschrieben, Gesundheit geht natürlich vor und vielleicht ist dieses Jahr eben nicht mein Laufjahr. Doch der Eisenmangel schien tatsächlich der Grund für meine Erschöpfung zu sein. In den letzen 4 Wochen machte sich ein Aufwärtstrend bemerkbar. Zwei lange Läufe absolvierte ich recht passabel, 27 und 30 km. Der letzte lange Lauf, die 30 km, lief ich am Gördensee. 3x 10 Km. Unser Laufguru vom Vfl gab mir den Tip. Es war super. Alle 10 km legte ich am Auto eine Pause ein und die letzte Runde lief ich mit den Sonntagsläufern vom VfL. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich und zeitweise anspruchsvoll, vor allem nicht so dröge und eintönig. 
Micha wollte eigentlich auch in Berlim mitlaufen, allerdings machte ihm die Gesundheit ein Strich durch die Rechnung. Als wir am Donnerstag die Startunterlagen abholten, cancelten wir seinen Startplatz. Das Gute ist, dass er im nächsten Jahr nicht an dem Losverfahren teilnehmen muss, er hat einen garantierten Startplatz zu einem ermäßigten Preis. Ein kleiner Wehmutstropfen. 
Ich schloss mich, den Jungs von "Gib Alles" an und wir verabredeten uns am Sonntag 6:30 Uhr am Bahnhof. Gemeinsam fuhren wir zum Hauptbahnhof und gingen zum Startbereich.


Es war leicht kühl, aber sehr angenehm. Wir zogen uns um und brachten eine Stunde vor dem Start unsere Sachen zu den Kleiderabgaben. Meine war direkt am Reichstag neben der Reichstagwiese.


9:15 Uhr sollte es losgehen. Wir gingen zu den Startblöcken und warteten bis eine halbe Stunde vor dem Start bis jeder in seinem Block ging. Also ich in den E-Block und "Gib Alles" mit Olly, Robby und Andreas in den H-Block. 
In jedem Block standen dieses Jahr riesige Leinwände von denen die Berichterstattung erfolgte. Kurz bevor es los ging meldete sich noch ein Arzt zu Wort "Laufen Sie nur den Marathon, wenn Sie sich fit fühlen - Sie haben nur eine Gesundheit - Marathons wird es noch viele geben." Er hatte so recht. Ich musste an Micha denken. 
Es wurde in 3 Wellen gestartet. Gegen 9:45 Uhr überquerte ich die Start-Linie. 

Berlin hier bin ich wieder - was hältst Du heute für eine Überraschung für mich bereit? Es ging locker los, das Wetter war mit 18 Grad optimal. Die ersten Kilometer lief ich unter 6 min/km, ich ließ mich von der Atmosphäre tragen. Das Publikum, die Trommler - alles war wie immer in Berlin. Ich war erstaunt, wie locker das Tempo für mich war - bloß nicht zu schnell angehen - Du brauchst einen langen Atem für die 42,195 km. 
Die 10 km Marke folgte - jedesmal wenn ich alle 5 km über die Zeitmatte lief, schickte ich einen Gruß zu Micha "sieh mal, das könnte eine neue Bestzeit werden." 10 km in 00:59:37 Minuten. Ich war auf einen guten Kurs. Ich behielt das Tempo bei, nahm jeden Getränkepunkt mit. Alle 3-4 Km wurden wir mit Wasser, sowie guter Live-Musik von den unzähligen Bands am Straßenrand versorgt. 15 km in 1:29:41 Stunden. Die Kilometer verflogen wieder nur so. An einigen ungeschützten Punkten in der Stadt kam die Sonne heraus und drückte etwas aufs Gemüt. In diesen Passagen verlor ich auch etwas an Tempo. 20 km in 01:59:55. Die Halbmarathon-Marke überquerte ich bei 02:06:35 Stunden. Eine tolle Zeit, wenn man bedenkt, dass ich unter großer Kraftanstrengung in Rostock 10 Minuten länger gebraucht hatte. Hier nahm ich mein erstes Gel zu mir, ein bisschen Energie tat gut. So langsam spürte ich meine Beine und die Leichtigkeit verflog allmählich. 
25 km in 02:30:59 Stunden. Super, schon 25 km geschafft. Mein nächster Fixpunkt sollte Elke bei Kilometer 35 sein. 30 km in 3:02:02 Stunden. Das Tempo wurde etwas langsamer. Das Publikum war weiterhin präsent und auch die immer wieder kehrenden Getränkepunkte  gaben die beste Erfrischung. Außerdem stellte die Feuerwehr Duschen bereit, an denen man drunter laufen und sich abkühlen konnte. 
Bei Kilometer 34 sah ich durch Zufall schon die Elke als Streckenposten. Ich rief ihr nur kurz zu, für eine Foto war ich einfach zu schnell. 35 km in 03:33:22 Stunden. Im Kopf fing ich an zu rechnen, ob ich schaffen könnte unter 04:19 Stunden zu laufen. Noch 7,195 km. Sollte zu schaffen sein. 5 km mit dem Kopf und den Rest mit dem Herzen. Ich behielt das Tempo bei, wurde sogar noch etwas schneller, ich wollte es unbedingt schaffen. Ich wollte unser schlechtes Karma für dieses Jahr einfach durchbrechen. 
Ich flitzte am Checkpoint Charly vorbei, die Massen trugen mich. 40 km in 04:04:25 Stunden. Ab jetzt sollte gefeiert werden. Einfach nur noch rennen. Rennen durch das Brandenburger, Rennen um die neue Bestzeit. Nach 04:17:23 Stunden lief ich über die Ziellinie. Gänsehaut pur. Eine neue Bestzeit! Hurra, da ist sie! Danke Berlin! Ich habe das optimale aus meinen Körper herausgeholt und wurde belohnt. 



Berlin hat mir wieder einen meiner schönsten Marathonläufe beschert. Mein 5. Marathon. Ich konnte es kaum fassen und hatte Freudentränen in den Augen. Dieser Moment wenn Du es endlich geschafft hast, ist jedes mal unbeschreiblich. Ich legte mich erstmal in irgendeine Ecke und versuchte mich zu sammeln. Dann sammelte mich ein Helfer auf und begleitete mich ein Stück zum Reichstag. Nach 15-20 Minuten konnte ich wieder einigermaßen stehen und gehen. Wir trafen uns später noch alle beim Brandenburger Tor und tauschten das Erlebte miteinander aus. Olly und Robby liefen vor mir ein, Andreas kurz nach mir. Alle waren sehr zufrieden. 

Es sind zwar "nur" 2 Minuten, um die ich mich verbessert habe, aber wenn man bedenkt, was für einen schlechten Start ich ins Jahr gemacht habe, hätte ich das kaum erwartet. Ich bin überglücklich. 

Jetzt kommen noch diverse kleinere Läufe in Brandenburg und am Ende des Jahres der (hoffentlich) wohlverdiente Pokal aus dem Laufcup. Ein Lauf fehlt mir noch zum 6. Stempel.  

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